smilethings

Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag. I want to make you smile.

Mein 1. Mai 2013 beim Scouting von „The Voice Of Germany“

- 1. Mai 2013

Zuerst ne kleine Anekdote…

Das war heute der interessanteste 1. Mai, den ich bisher hatte.  Das war wesentlich besser als eine Kindheitserinnerung an einen 1. Mai zu DDR-Zeiten, wo ich mit Mama demonstrieren war. In der Menge auf der Straße war es mir zu voll, drum lief ich auf dem Bürgersteig, Kopf immer nach links gerichtet, um die Mama nicht aus den Augen zu verlieren. Der Mensch kann bekanntlich nur in eine Richtung gucken, also wusste ich nicht was „geradeaus“ passiert, wenn ich nach links schaute. Und plötzlich macht’s „boing“ und mein Kopf kollidierte mit der Straßenlaterne. 🙂

Wie kam es zur Bewerbung fürs Scouting von „The Voice Of Germany“ (TVOG)?

In meiner Weiterbildung zur Online-Redakteurin bekam ich von meinen Kollegen und Kolleginnen sehr positives Feedback zu meiner Stimme, unter anderem wegen eines Videos von Adeles „Someone like you“, dass ich vor einer Weile sang, mich dabei filmte und das Video bei facebook hochlud. Schon bald fragte man mich, ob ich mich nicht schon einmal bei einer Casting-Show angemeldet hätte. Wenn nicht, sollte ich dies doch (schleunigst) tun. Ich hatte je selbst schon darüber nachgedacht und wenn, dann kam für mich nur TVOG oder was von Stefan Raab in Frage. Bloß kein Bohlen! Letzten Dienstag sah ich abends dann den Werbespot im TV für eine Bewerbung bei TVOG. Tja, und dann war ich tatsächlich mal spontan, ging auf die angegebene Internetseite und füllte die Anmeldung zum Scouting aus. Das Casting in Berlin war das letzte von vielen in verscheidenen großen Städten Deutschlands. Es fand am 29.4., 30.4. und 1.5. statt. Ich wählte des Feiertag und konnte mir sogar noch eine Zeit auswählen. 13 Uhr war noch frei. Gebongt! Der Fragebogen war nicht gerade kurz und nachdem ich beim ersten Mal ausfüllen einen Fehler beim Hochladen eines Fotos von mir machte, war alles weg und ich durfte ein zweites Mal ran. So war ich erst um 0:37 Uhr damit fertig. Nachtschicht!

Scouting bedeutet übrigens, dass man vor Leuten steht, die was von Musik und vor allem Gesang verstehen und die schauen und hören, ob die Stimme der einzelnen Bewerber für die Show geeignet wäre. Da sitzen also noch läääääängst nicht die aus dem TV bekannten Coaches und hören einem zu.

Vorbereitungen

Sofort am nächsten Tag wurde mir der Termin per Mail bestätigt und auch meine Scouting-Nummer mitgeteilt. Ort und Ablauf wurden beschrieben und was ich als Bewerber zu tun habe. Kopie vom Personalausweis, unterschriebene Teilnahmebedingungen und Playbacks von drei Songs, die ich gerne singen möchte. Die ersten beiden Dinge gingen schnell zu erledigen, aber Playback besorgen und dazu dann singen??? War ich gar nicht gewöhnt. Aber das TVOG-Team gab Tipps, wo man Playbacks im Netz kaufen kann. Ich also am Mittwoch abend auf die Webseite eines bekannten Internetkaufhauses (ick will ja hier keene Schleichwerbung machen) gegangen und erstmal Playbacks eingekauft, mehr als nötig. Für folgende drei Songs entschied ich mich dann: „Eisberg“ von Andreas Bourani, „Make you feel my love“ von Adele und „Whole lot of leavin'“ von Bon Jovi.  Damit konnte ich die „neuen Deutsch-Poeten“, eine BritPop-Ballade und Country-Rock abdecken. Ich wollte genre- und stimmtechnisch ein bissl was bieten können.

Viel Zeit zum Üben blieb dann gar nicht mehr. Beim ersten Anhören der Playbacks dachte ich: „Ach Du Scheiße, das wird ja nie was. Ich weiss überhaupt nicht wann ich einsetzen muss und welche Tonlage muss ich denn singen. Ahhhhh!“ Beim Bon Jovi Song musste ich den Text überhaupt erstmal lernen. Der war mir nur fragmentarisch bekannt. Bei Adele war die Instrumetalversion aber so gut und nah am Original, dass das darauf singen schnell gut klappte. So hieß es also Text lernen, immer wieder Original und Playback anhören, Einsätze lernen/ ins Gefühl bekommen.

Der Scouting Tag – 1. Mai 2013

Ort: Hotel Berlin, Lützowplatz 17, Ankunftszeit: 12:25 Uhr, Aufregungsgrad: gering – mittel. Ich war jedenfalls auf der Hinfahrt so unaufgeregt und müüüüde, dass ich in der Bahn noch ein Nickerchen hielt. Obwohl ich in der Nacht mehr geschlafen hatte als sonst. Auch beim Frühstück ging alles ohne Probleme runter. Verlaufen konnte man sich im Hotel nicht. Überall wo das möglich gewesen wäre, standen Herren in schwarzen Anzügen, weißen Hemden und mit TVOG-Schlüsselbändern um den Hals. So fand ich den Raum für die Anmeldung. Ging alles sehr schnell. Ausweiskopie und unterschriebene Teilnehmerbedingungen abgeben, Scouting-Nummer ausgedruckt bekommen, irgendwo hinkleben, sich in den großen Warteraum setzen und warten, dass man aufgerufen wird. Schon vor 13 Uhr wurde ich mit neun anderen zum Pre-Scouting zusammengerufen. Allerdings fehlte jemand, so dass wir insgesamt neun statt zehn waren.

Drei aus Neun und ein Adrenalinrausch erster Güte

Wir wurden alle vor einen Raum geführt, setzten uns und eine freundliche junge Dame erzählte uns, was nun auf uns zukäme. Alle rein in den Raum, in dem zwei Leutchen auf uns warten und jeder hat dann etwa 30 sec. Zeit a-capella etwas vorzusingen. Insgesamt waren alle von der TVOG-Crew sehr entspannt und freundlich. Wir wurden nie alleine gelassen, so dass wir nicht gewusst hätten wo wir hin müssen. Wir konnten alle neune gleich rein, sollten uns in die vordersten Reihen setzen. Die Gesangslehrerin und ein junger Herr namens Jason stellten sich kurz vor, erläuterten nochmal den Ablauf. Ab JETZT! war ich aufgeregt, der Puls stieg. Die ersten vier traten vor. Es war sogar eine weiße Linie auf den Boden geklebt. Jeder sollte kurz Name, Alter, wo man herkommt und was man (beruflich) macht, sagen, bevor man singt.

Bei manchen spürte ich ganz schön wie aufgeregt sie waren. Einige waren auch etwas erschrocken, dass sie a-capella singen mussten und ihr Instrument erstmal nicht benutzen konnten. Die nächsten fünf, inklusive mir, traten vor. Gleiche Prozedur. Puls: HOCH! Meine rechte Nachbarin, eine in der Mongolei geborene, in Berlin lebende, junge Frau singt „This girl is on fire“ von Alicia Keys. WOW! Kraftvoll, warm, schön. Jetzt ich. Ich singe die zweite Strophe von Andreas‘ „Eisberg“. Die beiden „Entscheider“ vor uns brachen immer dann ab, wenn sie genug gehört hatten. Nach der ganzen Strophe – Stop! „Kannst Du noch was anderes singen?“ Ich wähle den Song von Adele. Wieder lassen sie mich die erste Strophe aussingen. „Kannst Du auch den Refrain?“ Klar kann ich und singe los. Mein Kopf ist total heiß und rot. Mein Puls klopft an den Schädelknochen. Was für ein Adrenalinrausch sag ich euch. Wahnsinn!!! Aber ein sehr gutes Zeichen, denke ich, mehrmals um mehr gebeten zu werden.

Alle sitzen wieder und die Entscheider bereden sich kurz. Die Entscheidung: „Ihr wißt, dass wir natürlich nicht alle mitnehmen und weiter lassen können. Wir haben uns für drei von euch entschieden und sagen deren Nummern an. Wer nicht genannt wird, verlässt bitte den Raum und gibt seine Scouting-Nummer an der Tür ab.“ Spannung, Spannung – meine Nummer wird gesagt. Wow, ich bin also unter den drei aus neun. 🙂 COOL! Die Mongolin bekommt nicht mit, dass ihre Nummer genannt wird und geht mit raus. Als sie zurück geholt wird, hatte sie schon Trönen der Enttäuschung in den Augen. Ein schwarzer „Soulguy“ aus Stuttgart überzeugt mit „Sexual Healing“ neben uns zwei Frauen. Die beiden können sofort zum Scouting weiter, wo man auch gefilmt wird. Ich soll vorher noch in die musikalische Beratung. „Dort wird man dir zeigen/ dir helfen, wie Du dich im Scotuing noch besser präsentieren kannst“, bekomme ich gesagt.

Die musikalische Beratung

Ich treffe auf zwei sympathische Frauen, die Ahnung von Stimmbildung haben. Sie fragen nach meinen Playbacks und ich singe „Eisberg“, auf einem Barhocker sitzend, fast komplett durch bis ich gestoppt werde. Auch hier wieder ebtspannte, wohlwollende Atmosphäre.  „Was hast Du noch dabei?“ „Bon Jovi und Adele.“ „Oh, Bon Jovi“, sagen sie erstaunt. „Ja, das hab ich ausgesucht, weil es ein bißchen countrymäßig ist“, sage ich. „Das würden wir gerne hören“, erwidern sie gespannt und lächelnd. Also los! Zwei Strophen, zwei Refrains – ich werde unterbrochen. Dann soll ich’s nochmal im Stehen singen. „Deine Stimme ist schön weich und Du triffst alle Töne, aber im Sitzen sackst Du etwas in dir zusammen. Versuche im Stehen die Dynamik des Songs mehr zu übernehmen, nimm die Strophen mehr zurück und mach den Refrain etwas agressiver. Sing ihn mehr auf uns zu“, bekomme ich als Tipps bzw. Anweisungen. „Ok, dann versuche ich das jetzt umzusetzen.“ Zweiter Durchgang – 1. Strophe + Refrain – Stop! Ich soll nochmal kurz draußen Platz nehmen. Als ich wieder reingerufen werde, dann die Auswertung, das Ergebnis, die Entscheidung: „Du hast das Potential und alle Anlagen fürs Solo singen in dir. Aber durch den Chorgesang, in dem Du dich ja in ein großes Ganzes einreihst, singst Du zu sehr in dich hinein. Das was Du brauchst, ist da, aber versteckt sich noch in dir. Wir haben schon sehr viele Bewerber mit einer ähnlichen Stimme, die einfach mehr Solo-Erfahrung haben. Gegen die würdest Du nicht bestehen.“ So in etwa war der Wortlaut. Und hier war und ist das TVOG-Scouting für mich zu Ende. Ich erzähle den Frauen noch, dass ich Aussichten auf Gesangsunterricht habe und sie raten mir dazu, dass zu tun sowie einfach vor Leuten zu singen.

FAZIT

Mit Liebesbriefen, Heiratsanträgen, Freunden, die sich die Finger für mich wund wählen und Plakate hochhalten, wird es nun also nichts. 😉 Ein kleines bißchen gezwickt hat es mich schon, dass es nicht doch noch weiter ging. Als ich eine Hürde genommen hatte, wollte ich MEHR. Wäre einfach seeehhhhr spannend gewesen, auch das Scouting noch mitzuerleben. Aber egal – meine wahren alten und neuen Freunde halten auch zu mir, wenn es nicht klappt oder wenn mal so gar nichts geht. Und das ist das Schönste und das, was wirklich zählt.

Ich hab mich über die Einschätzungen und Hinweise der Gesangstrainerinnen sehr gefreut, denn erstens waren sie positiv und zweitens habe ich jetzt Anhaltspunkte, worauf ich hinarbeiten kann/ muss. Ich bin auch sehr gut damit gefahren, meine Erwartungen tief anzusetzen. Spaß haben, Leute, die sich mit Musik beschäftigen, kennenlernen, einfach mal einen Feiertag etwas anders verbringen. Und dass ich überhaupt EINE Hürde bewältigt habe, ist ein tolles Gefühl. Ein eindeutiges Zeichen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Da passt es unheimlich gut, dass ich morgen den ersten Schnuppertermin mit einer Gesangslehrerin an der Musikschule Barnim habe für eine halbe Stunde Einzelunterricht pro Woche. Das „gönne“ ich mir jetzt, auch wenn die Wochen dann noch anstrengender und voller werden, so lange mein OnRe-Kurs noch läuft.

Danke für die Unterstützung und die gedrückten Daumen. 🙂 Ick hab euch lieb. :* ❤

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4 responses to “Mein 1. Mai 2013 beim Scouting von „The Voice Of Germany“

  1. Kirsten sagt:

    Ich bin stolz auf dich!

  2. tobiastwain sagt:

    Jut jemacht Sophie! Das war sicher ein schöner 1. Mai! Ich war auch ganz gespannt, wie es ausgegangen ist. Und das nächste Mal kommt bestimmt!

    • smilehelper sagt:

      Es war cool, aber auch echt anstrengend, was ich erst danach so richtig spürte. Ich war nach der ganzen Sache platter als nach acht Stunden OnRe-Kurs. :D.

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