smilethings

Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag. I want to make you smile.

Eingeschränkte Stadtliebe und mehr

- 6. April 2015

Den heutigen Ostermontag hab ich für gute drei Stunden in der Alten Nationalgalerie verbracht. Ein so wunderschönes Gebäude von innen, dass es für mich die Kunstwerke gar nicht bräuchte. Die Decken, die vielen Säulen und kleinen Details an den Wandbemalungen. Na gut, die weißen Skulpturen mag ich ja auch so sehr. Die würden im leeren Gebäude ein bißchen fehlen.

Der eigentliche Anlass des Besuchs war jedoch die Sonderausstellung „Die Maori Porträts“ von Gottfried Lindauer. Ich hatte vor einigen Wochen in den Medien und durch Plakatwerbung davon erfahren und da die Ausstellung nur noch bis zum 12.4. zu sehen ist, wurde es Zeit.

Diese Bilder hatten Neuseeland noch nie zuvor verlassen, da sie bei den Nachfahren der Porträtierten einen hohen spirituellen und ideellen Wert haben. Als Vorlage dienten oft Fotos, die meist von Briten gemacht wurden, die in der Kolonialzeit nach Neuseeland übersiedelten und sich als Fotografen dort niederließen. Die Fotografie kam gerade erst richtig auf, natürlich in Schwarz-Weiß. Lindauer hat diese Maoris unglaublich realistisch gemalt. Im wahrsten Sinne des Wortes eine farbig gemalte Fotografie. Jedes Bild zeigt eine Person, die wirklich lebte und teilweise waren auch die Fotos ausgestellt, die als Vorlage dienten. In der Ausstellung selbst durfte man nicht fotografieren. Deshalb zeigen meine Bilder ein paar Eindrücke dieses wunderschönen Gebäudes.

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In solchen Momenten spüre ich meine eingesachränkte Liebe zu dieser Stadt. An diesem Ort ist sie groß und ich finde es toll in Berlin zu leben und diese Kunst, dieses Gebäude erleben zu dürfen. Tja, und wenn ich dann U Warschauer Straße aussteige, durch die Unterführung am Warschauer Platz laufe und es dort so schön nach Pisse und Kotze stinkt (hauptsächlich sicher von den allnächtlichen Matrix-Besuchern) weicht meine Stadtliebe doch schnell wieder.

Ich hab mir dann auch noch die Bilder von Karl Friedrich Schinkel, Casper David Friedrich, Carl Blechen und den französichen Impressionisten angeschaut und mich dabei gefragt, weshalb viele Jahrhunderte lang soooooo viel gezeichnet wurde. Neben vielen Auftragswerken, vor allem aus der hohen Gesellschaft, war es wohl die einzige Möglichkeit, das aktuelle Zeitgeschehen festzuhalten, Herrscher zu ehren oder auch Gesellschaftskritik zu üben. Und neben den Skulpturen diente die Malerei vielen Menschen und Künstlern wahrscheinlich, ihre Vorstellungen von oder zu bestimmten Dingen (z.B. Antike) zu visualisieren.

Auch wenn mich nicht jedes Bild interessiert, ist mir heute doch sehr bewußt geworden, was dort für ein großer zeitgeschichtlicher Schatz zu beschauen und -staunen ist.

 

Und sonst?

Einfach wieder mal eine kleine bunte Bildersammlung 🙂

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Hoffentlich startet der Frühling jetzt bald richtig durch. Irgendwo hab ich gelesen, dass es diese Woche noch 20 Grad geben soll. Hat sich heute absolut NICHT danach angefühlt. *böserkalterWind*

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